Ja-aber-Typen

Wie Ja‑Aber‑Typen konstruktiver werden

„Ja, aber …“ ist ein vertrautes Muster. Es schützt, bremst, strukturiert und schafft Distanz.

Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du aus dem reflexhaften Abwehren in ein konstruktives Ergänzen kommst – ohne dich zu verbiegen und ohne deine wichtige Rolle als Risikowächter oder Realitätsanker zu verlieren.

Die hier beschriebenen Schritte orientieren sich an etablierten Prinzipien der professionellen Gesprächsführung, lösungsorientierten Kommunikation und des systemischen Trainings. Sie sind weit verbreitet, praxisbewährt und nicht an einen spezifischen Urheber gebunden.

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7 Schritte zu souveräner, konstruktiver Kommunikation

1

Ergänzen

Nicht blockieren, sondern sprachlich Räume öffnen.

Beispiel:

Statt: „Ja, aber das funktioniert so nicht.“
Besser: „Ja, und damit es funktioniert, sollten wir X beachten.“
Oder: „Ja, ich sehe den Vorteil. Gleichzeitig wäre wichtig, Y mitzudenken.“

Das kleine Wort „und“ öffnet Räume, während „aber“ sie schließt.

2

Klären

Nicht impulsiv reagieren, sondern die eigene Intention bewusst machen.

Beispiel:

„Ich möchte kurz auf einen möglichen Stolperstein hinweisen, damit wir später keine Überraschungen haben.“
„Mein Ziel ist, dass wir eine robuste Lösung finden.“

Wenn du sagst, warum du etwas einbringst, wirkt es sofort konstruktiver.

3

Fragen

Nicht urteilen, sondern den Dialog durch Fragen öffnen.

Beispiel-Fragen:

„Wie stellen wir sicher, dass …?“
„Was wäre unser Plan, falls …?“
„Welche Alternativen hätten wir, wenn …?“

Fragen aktivieren das Team statt es auszubremsen.

4

Würdigen

Nicht abwerten, sondern zuerst das Positive benennen.

Beispiel:

„Die Idee hat viel Potenzial, besonders im Bereich X.“
„Damit sie noch stabiler wird, könnten wir Y prüfen.“

Würdigung wirkt wie ein Türöffner — sie schafft Beziehungssicherheit.

5

Verbessern

Nicht verwerfen, sondern Alternativen und Lösungen anbieten.

Regel:

Jede Kritik enthält mindestens eine Alternative oder einen Vorschlag.

Beispiel:

„Das ist riskant“ → „Das ist riskant, und wir könnten das Risiko reduzieren, indem wir …“

So bleibst du realistisch und gleichzeitig konstruktiv.

6

Dosieren

Nicht überrollen, sondern Timing und Menge bewusst steuern.

Hinweis:

Ja‑Aber‑Typen sehen Risiken sofort — andere brauchen manchmal erst Orientierung.

Hilfreiche Reihenfolge:

erst zuhören → dann fragen → dann ergänzen → erst später warnen
So entsteht kein „Dauerfeuer“ an Einwänden.

7

Herausfordern

Nicht bremsen, sondern als konstruktiver Challenger auftreten.

Beispiel-Satz:

„Ich bin nicht gegen die Idee – ich bin für eine stabile Umsetzung.“

Wenn du deine Rolle als Sparringspartner verstehst, verändert sich deine Wirkung automatisch.

Mini‑Checkliste für den Alltag

  • Erst würdigen
  • Dann ergänzen
  • Fragen statt urteilen
  • „Und“ statt „aber“
  • Immer eine Alternative anbieten
  • Intention transparent machen

Metakompetenzen, die du dabei stärkst

  • Selbstreflexion
  • Ambiguitätstoleranz
  • Kooperationsfähigkeit
  • Rollenbewusstsein
  • Selbstführung
  • Konstruktive Kommunikation

Weiterlernen & Vertiefen

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