Karriereziele
Neue Lebenskonzepte prägen Karrierewege – von Führung bis Patchwork. Doch echte Karriereziele entstehen dort, wo deine Stärken, Werte und Lebensmodelle zusammenkommen. Wenn du dich fragst, was wirklich zu dir passt, bist du hier richtig.

Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der Arbeitswelt wider: Unternehmen öffnen sich neuen Strukturen, und Bewerberinnen wie Bewerber gestalten ihre Laufbahnen individueller denn je. Dadurch entstehen zahlreiche Modelle – von Führungs- über Fach- bis hin zu Projekt- und Patchwork-Karrieren, den vier Karrieremustern nach Lukas Scherer.
Führungskarriere
Ein klassisches Ziel, dass sich im Wandel befindet, aber meist immer noch den vertikalen Aufstieg in Positionen mit wachsender Führungsverantwortung bedeutet. Die Führungskraft heute ist jedoch zunehmend mit agilen Methoden und sich selbst organisierenden sowie selbstverantwortlichen Teams konfrontiert. So benötigen sie die Fähigkeit, ‚Verantwortung abgeben zu können‘ und ‚den Teams zu vertrauen‘. ‚New Work‘ fordert nun oft ‚distance leadership‘- Kompetenzen.
Zu den neuen Rollen der Führungskraft gehören unter anderen, ein Sinn-Entfalter, Werte-Vermittler, Feedback-Geber und Potential- Entwickler zu sein. Das klassische Managementwissen wird also durch agile Methodenkompetenzen ergänzt, als Führungskraft bist du so der Garant für den Ordnungsrahmen, in dem sich Teams und Mitarbeiter agil und effizient bewegen können und dies, ohne dass Chaos entsteht. Eine Herausforderung!
Strebst du eine Führungskarriere an, sind unter anderem unternehmerisches Denken, Planungs-, Organisationsfähigkeit, Delegationsvermögen, Motivationsfähigkeit und die erwähnten Methodenkenntnisse und Sozialkompetenzen von Bedeutung.
Fach-Karriere
Der Mitarbeiter, der eine Fachkarriere verfolgt, erwirbt über eine gewisse Zeit seine Erfahrungen, Fähigkeiten bzw. Fertigkeiten und Wissen, baut dieses fundierte Wissen auf und aktualisiert es laufend. Das erlangte Wissen, die Techniken und Methoden im Fachlichen, macht ihn dann in seinem Bereich zum Spezialisten bzw. Experten. Hierzu muss aber im Unternehmen ein relevanter Bedarf an solchen Spezialisten oder Experten vorhanden sein. Es ist oft verlockender, Expertenwissen einzukaufen, als einen Mitarbeiter aus dem eigenen Unternehmen mit viel Ressourcen aufzubauen und dann an die Konkurrenz zu verlieren.
Strebst du eine Fachkarriere an, wäre es somit sinnvoll, ein glaubhaftes Interesse am Unternehmen, also eine Art Bindungsversprechen zu signalisieren. Außerdem sollte deine Lernbereitschaft, Lernfähigkeit und Leidenschaft zur Tätigkeit erkennbar sein, denn Fachkarrieren zu fördern kann teuer werden.
Projekt-Karriere
Einige Bewerber suchen eine Kombination aus einer Fach- und Führungslaufbahn, diese findet sich in der Regel in der Projektkarriere. In einem Projekt ist der Mitarbeiter beispielsweise in der Rolle der mitarbeitenden Fachkraft, in einem anderen Projekt hat er die Leitung inne. Dies verlangt von dir Projektmanagement-Know-how und die Beherrschung unterschiedlicher Projekttools, Planung, Führung und Wirtschaftlichkeit betreffend, sowie Sozialkompetenz.
Patchwork-Karriere
Dies ist eine Kombination der erwähnten Karriereformen. Meistens findet die Patchwork-Karriere auch nicht nur in einem Unternehmen statt. Der Ursprung liegt zum einen darin, dass Berufstätige heute häufiger die Unternehmen wechseln, in ihrer Laufbahn unterschiedliche Funktionen ausüben oder neben einer Anstellung beispielsweise auch noch selbstständig erwerbstätig sind. Außerdem gibt es viele Spezialisierungen der Unternehmen, die nicht mehr den Aufbau einer ‚umfassenden Kompetenz‘ in einem Fachbereich zulassen. So wird das Know-how zwangsläufig über mehrere Arbeitsstellen aufgebaut.
Bist du einer Patchwork-Karriere nicht abgeneigt, benötigst du Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Zielorientierung, Selbstmanagement, Kommunikationsfähigkeit und auch Durchhaltevermögen, neben den Anforderungen, die die Stelle oder Position an dich stellt.
Warum die alten Karrierebilder nicht mehr ausreichen
Die vier Karrieremuster nach Lukas Scherer bieten eine gute Grundordnung. Doch seit 2025 prägen zusätzliche Karrierewege die Realität – digitale, hybride, werteorientierte oder projektbasierte Modelle, die die Vielfalt moderner Lebenskonzepte noch deutlicher widerspiegeln.
Digitale Karriere
Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung entstehen neue Berufsbilder. Wer diesen Weg einschlägt, entwickelt digitale Kompetenzen, arbeitet mit KI-gestützten Tools und gestaltet die digitale Transformation aktiv mit. Wichtig sind Lernbereitschaft, technisches Verständnis und die Fähigkeit, digitale Prozesse mit menschlichen Stärken zu verbinden.
Hybride Karriere
Hybrides Arbeiten – die Kombination aus Homeoffice und Präsenz – ist inzwischen Standard. Eine hybride Karriere bedeutet, dass du deine Laufbahn flexibel zwischen verschiedenen Arbeitsorten und -formen gestaltest. Dafür brauchst du Selbstorganisation, Kommunikationsfähigkeit und die Fähigkeit, sowohl virtuell als auch persönlich überzeugend zu führen oder mitzuwirken.
Reskilling-Karriere
Immer mehr Unternehmen setzen auf Reskilling: Mitarbeitende werden für völlig neue Aufgabenbereiche qualifiziert. Wer diesen Weg geht, zeigt Offenheit für Veränderung und Bereitschaft, sich neu zu erfinden. Das eröffnet Chancen für Quereinsteiger und Menschen, die ihre Karriere bewusst neu ausrichten möchten.
Werteorientierte Karriere
Diversität, Inklusion und Nachhaltigkeit sind heute zentrale Faktoren. Eine werteorientierte Karriere bedeutet, dass du deine Laufbahn nicht nur nach Position oder Gehalt ausrichtest, sondern nach den Werten, die dir wichtig sind. Arbeitgeber achten zunehmend darauf, ob Mitarbeitende diese Haltung teilen und aktiv leben.
Projektbasierte Karriere (Gig Working)
Die Patchwork-Karriere hat sich weiterentwickelt: Viele Menschen arbeiten heute projektbasiert, oft auch in mehreren Organisationen gleichzeitig. Diese Form bietet Flexibilität und Abwechslung, verlangt aber hohe Anpassungsfähigkeit, Selbstmanagement und die Fähigkeit, sich schnell in neue Teams und Themen einzuarbeiten.
Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Das ist eine der gefürchtetsten Fragen im Bewerbungs- oder Karrieregespräch, auf die es eine Antwort zu finden gilt. Die angeführten Karrieremuster bieten dir schon einmal eine Richtung, falls du nicht schon ein festes Ziel vor Augen hast.
Achte darauf, dass deine Antwort motiviert (natürlich nicht 'übermotiviert' ;-) klingt, unternehmensorientiert, fokussiert – jedoch ohne dich zu spezifisch festzulegen. In Hinblick auf eine Führungskarriere strebst du somit sicherheitshalber besser eine Zunahme von Managementaufgaben und bei einer Fachkarriere dementsprechend eine Zunahme der Fertigkeiten, der Fähigkeiten und des Wissens auf dem jeweiligen Gebiet an. In Projekten magst du nach der Zunahme von Projektmanagement-Know-how streben. So ist alles gesagt, ohne etwas zu sagen. Der Personalverantwortliche sieht niemanden vor sich, der an seinem Stuhl sägt oder viel Geld kosten wird.

Übrigens
Wenn du deinen Karriereplan entwickelst, lohnt es sich, das neue Lebensmodell im Blick zu behalten: lebenslanges Lernen, lebenslanges Arbeiten und lebenslange Erholung – möglichst im Gleichgewicht. Vielleicht spürst du schon, wie erstrebenswert das für dich sein könnte.
Wenn du diese Fragen nicht allein klären möchtest, unterstütze ich dich gerne bei der Reflexion und bei der Entwicklung deines persönlichen Karriereplans.
Vereinbare einen Termin und lerne mich kennen.
Heike Schweitzer